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Forum Musikpädagogik, Band 98 (Hrsg. Kraemer, Rudolf-Dieter) · Unterreihe Berliner Schriften (Hrsg. Richter, Christoph)
· "Die Metapher ist viel klüger als ihr Verfasser.“ Dieser Aphorismus Lichtenbergs ist für den hier vorliegenden Versuch, das Sprechen über Musik im Unterricht neu zu verhandeln, Programm. Genutzt werden die Erkenntnisse der kognitiven Metapherntheorie. Metaphorisches Sprechen gilt hier nicht mehr als zweitbeste Lösung eines zementierten Begriffs, sondern stellt vielmehr einen „rationalen Vorgriff“ (Debatin) zur Artikulation neuer kognitiver Gehalte dar.
Auf dieser Basis wird nun versucht, die Metapher im Musikunterricht als ein Transportmittel einzusetzen, um das Denken mit den Sinnen zu verbinden und die scheinbar getrennten Sphären zu überbrücken.
Anhand von Unterrichtssituationen werden dabei Möglichkeiten gezeigt, diese Übergänge im Unterricht jenseits der fachsprachlichen Barrieren zu gestalten. Dabei gilt es, die Klugheit der Metapher freizulegen und das vorgreifende Wissen der Schüler zu nutzen. Ziel ist es, den Schüler nicht dort abzuholen wo er steht, sondern ihn dahin zu begleiten, wo ihn die Klugheit seiner sprachlichen Metaphern bereits hingeführt hat.
Jürgen Oberschmidt, geb. 1965, studierte Schulmusik in Hannover, promovierte 2010 an der Universität Osnabrück, ist derzeit Lehrer für Musik und Deutsch an einem Gymnasium und wiss. Mitarbeiter an der Universität Kassel. · 374 Seiten, Abbildungen: ca. 30 Grafiken und Notenbeispiele, Paperback, Format 24 x 17 cm · 1. Auflage · Erscheinungsdatum: 07.06.2011 · ISBN 978-3-89639-777-5 · lieferbar
Rezensionen
Karl Heinrich Ehrenforth, Neue Musikzeitung, 12/2011 Die Arbeit eröffnet einen neuen und dennoch längst fälligen Weg, das alte Problem der sprachlichen Verständigung über Musik zwischen trockener Fachbegrifflichkeit und poetischer Anmutungssprache durch den Blick auf die Vermittlungskraft der Metapher einer Lösung zuzuführen und diese Erkenntnis in den Musikunterricht einzubringen. Zu loben ist darüberhinaus die Entscheidung des Verfassers, mit diesem Buch die Hörerziehung wieder deutlicher in den fachlichen Diskurs einzubringen. Sehr empfehlenswert.
Peter W. Schatt, DIE TONKUNST, Januar 2012 ... Grundlage der Ausführungen ist eine umfassende und vielfältige Lektüre, deren Ergebnisse wohlgeordnet und aspektreich zusammengefasst werden. ... Insgesamt verdient das Buch Beachtung, da es umfassend die Eigenarten metaphorischen Sprechens für unterrichtliche Belange thematisiert.
Lars Oberhaus, Musik und Bildung, 1/2012, Seite 87 Zur Rezension auf www.schott-musikpaedagogik.de
Ursula Brandstätter, Diskussion Musikpädagogik, 54/12 Insgesamt stellt die vorliegende Arbeit ein ausgezeichnetes Kompendium zu Theorien der Metapher dar, das gleichermaßen die Breite und Tiefe der Thematik auslotet. Gleichzeitig gibt sie – aus der Perspektive der Metapher – eine mögliche Antwort auf die so schwierige Frage des Musikverstehens, indem sie der Metapher die Widersprüche zwischen verschiedenen Umgangsweisen mit Musik anvertraut und sie in ihr aufgehoben sieht. Die daran geknüpften Überlegungen sind für die Musikwissenschaft von ebenso großem Interesse wie für die Musikpädagogik. Die Arbeit ist sprachlich souverän geschrieben, wobei auffällt, dass die theoretische Beschäftigung mit dem Phänomen der Metapher offensichtlich auch den Sprachstil „gefärbt“ hat.
Martina Krause, Musikforschung 2/2012 Ein Themenfeld mit einer derartig gewichtigen und langen Tradition zu beackern, zeugt von Mut, da es den Autor vor die Herausforderung stellt, das Feld nicht bloß umzupflügen, sondern neue Erkenntnisse hervorzubringen und diese vor allem (wenn auch nicht ausschließlich) für die Musikpädagogik nachhaltig fruchtbar zu machen. Insgesamt ist dem Autor dies in eindrucksvoller Weise gelungen. Mit dem Blick auf die Metapher untersucht er zwar kein neues, sondern ein in einer jahrtausendelangen philosophischen Tradition verankertes Phänomen, kann diesem jedoch erhellende Facetten abgewinnen. ... Der Autor nimmt den Leser tatsächlich mit auf eine Reise durch ein hin und wieder "zerklüftetes Gelände" (vgl. Kapitel 1.2), welche ihm aber einigen Gewinn bringt und ihn - nicht zuletzt durch den an vielen Stellen selbst von Metaphern durchsetzten Sprachstil - immer wieder zu Höhen ästhetischen Lesegenusses führt.
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