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Celibidache und Furtwängler
Der große philharmonische Konflikt in der Berliner Nachkriegszeit
von Lang, Klaus
 

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Preis: 39.80 EUR
(inkl. MwSt., zzgl. Versand)


Celibidachiana II: Dokumente und Zeugnisse, Band 2 (Hrsg. Lang, Patrick; Mast, Mark) 

· Der Krieg ist zu Ende, Berlin ist zerstört, aber das musikalische Leben geht weiter. Furtwängler hat von den alliierten Siegermächten Dirigierverbot, Leo Borchard übernimmt die Führung der Philharmoniker. Mit einem Kopfschuss endet diese "unvollendete Karriere". Doch da steht ein 33-jähriger rumänischer Student bereit: Sergiu Celibidache. Gleich in seiner ersten Spielzeit dirigiert er 108 (!) Konzerte und knüpft mit Furtwängler freundschaftliche Kontakte. Der geeignete Nachfolger scheint gefunden zu sein. Doch das Vertrauen zwischen den beiden Männern wird erschüttert. Celibidache will die Philharmoniker "brechen" und aus ihnen ein amerikanisches Virtuosenorchester machen. Karajan drängt.

Es geht um Celibidaches frühe Zeit, um seinen beispiellosen Aufstieg und die – wie er selbst sagte – "schwerwiegende Traumatisierung" durch Wilhelm Furtwängler. Briefe, Interviews und zahlreiche Fotos dokumentieren das Nachkriegs-Berlin in seiner dramatischsten Orchestergeschichte. Sergiu Celibidache ist 1996 gestorben. Seine Briefe an Furtwängler erscheinen hier zum ersten Mal im Druck. Darauf haben die Leserinnen und Leser der ersten Auflage lange gewartet!

Klaus Lang, geb. 1938, von 1962–70 Tonmeister des "Theaters der Freien Volksbühne" in Westberlin, währenddessen Studium der Musikwissenschaft und Kunstgeschichte und Promotion zum Dr. phil. 1970–2003 Musikredakteur und Orchesterreferent des "Sender Freies Berlin" (SFB). Live-Moderationen im Hörfunk und Fernsehen und Produktion von zahllosen Musik- Portraits. Internationale Auszeichnung von Musik-Features in Budapest (Pro Musica) und Brünn (Prix Brno). Veröffentlichungen über Wilhelm und Elisabeth Furtwängler, Herbert von Karajan und über Mozarts Geburtshaus.

2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage der unter dem Titel "Lieber Herr Celibidache ..." im M & T Verlag Zürich erschienenen Erstausgabe von 1988.
 
· 416 Seiten, Abbildungen: ca. 70 Abbildungen, Format 20 x 14 cm 
· 1. Auflage 
· Erscheinungsdatum: 13.01.2010 
· ISBN 978-3-89639-708-9 
· lieferbar

Rezensionen

Daniel Krause, klassik.com, 08.02.2010
Klaus Lang trägt auf vierhundert Seiten allerlei Disparates, Text- wie Bildmaterial, zusammen, teils chronologisch, teils thematisch geordnet. Kohärent erscheint es bloß darin, dass Furtwängler oder Celibidache - mal der eine, mal der andere, zuweilen beide - Referenzpunkt ist. ... Von besonderem Interesse sind naturgemäß Celibidaches und Furtwänglers brieflich oder im Gespräch dargebotenen Selbstzeugnisse. Hier geht es einmal um die Berliner Querelen der Nachkriegszeit, besonders den Furtwängler-Nachfolge-Streit, zum anderen aber - dies ist wesetnlicher - um Musik. ... "Sie sind taub. Ich bin's nicht." Solche Sentenzen sind, abgesehen vom humoristischen Mehrwert, ernst gemeint und ernst zu nehmen. ... Tatsächlich ist zu unterstellen, dass Celibidache, der nach Gehör und mathematischem Vermögen genialisch Begabte, "anders" als sein Publikum hörte und Gehörtes begriff. Dass wir Plebejer Celibidaches Musizieren trotzdem viel abzugewinnnen vermögen - ohne sein "Innerstes" zu ergründen -, muss als unwahrscheinliche wie glückliche Fügung gelten. Dass Celibidaches Münchner wie Stuttgarter Schaffen auf CDs ausgiebig dokumentiert ist, darf als besonderer Glücksfall angesehen werden. Klaus Lang und die "Celibidachiana" können dergleichen Hörerfahrungen intelligent hinterfangen.

Matthias Sträßner, Deutschlandfunk Musik Journal, 22.02.2010, 20.10 Uhr
Wenn es am Buch von Klaus Lang etwas auszusetzen gibt, dann sicher, dass die Briefe häufig zu lange vor- statt nachbesprochen werden. Der Leser würde sich manchmal eine unbeeinflusstere Lektüre wünschen. Zu viele Lämpchen aus der Musikwelt, mit der Klaus Lang sehr gut vertraut ist, werden da mitunter vorab geschwenkt. Außerdem werden manche Begriffe - z.B. der der "Inneren Emigration" - zu oberflächlich benutzt. ... Der Leser des Briefwechsels hat bei fortgesetzter Lektüre das Gefühl, dass Furtwängler und Celibidache in einem wichtigen Punkt mehr verbindet als trennt: beide sind in den frühen Fünfzigern gewissermaßen schon aus der Zeit Gekommene, die eine Welt, für die das Medien-Gesamtkunstwerk Karajans stellvertretend steht, nicht verstehen bzw. verstehen wollen. Und gerade Celibidache wird mit seiner Verweigerungshaltung gegenüber der modernen Technik zu einer so tragischen wie faszinierenden Figur. Das alles ändert aber nichts daran, dass die Veröffentlichung des Briefwechsels eine Bereicherung unserer Sicht auf Celibidache und Furtwängler ist.

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