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Das Ehrenbuch der Fugger
Band 1: Darstellung – Transkription – Kommentar; Band 2: Reproduktion der Babenhausener Handschrift
von Rohmann, Gregor
 

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Preis: 98.00 EUR
(inkl. MwSt., zzgl. Versand)


Studien zur Fuggergeschichte, Band 30 (Hrsg. Johannes Burkhardt) 

· Das bekannteste Kaufherrengeschlecht der deutschen Renaissance steht bis heute für die Überwindung des mittelalterlichen Feudaladels im Zeichen von Reichtum statt Herkunft, von Leistung statt Tradition. Was also haben die Fugger selbst von ihrem einzigartigen Aufstieg gedacht? Und was wollten sie ihre Umwelt von sich denken machen? Sahen sie sich tatsächlich als "Fürstenstand der kommenden Zeit"?
Wie viele ihrer Zeitgenossen haben auch die Fugger Bücher hinterlassen, in denen sie ihre eigene Version der Familiengeschichte festhielten. Im Fuggerschen Ehrenbuch ließen sie ihren Werdegang in Bild und Text in einem prächtigen Codex darstellen.
Dieses Werk wird hier ediert, beschrieben und untersucht. Außerdem werden die erhaltenen Entwurfspapiere abgebildet. Eine vollständige Reproduktion der kolorierten Endfassung im zweiten Band ergänzt die Untersuchung. Kunsthistorisch äußerst wertvoll, farblich brillant!
 
· 640 Seiten, Abbildungen: 82 sw, 314 in Farbe, Hardcover, Format 29 x 21 cm 
· 1. Auflage 
· Erscheinungsdatum: 13.12.2004 
· ISBN 978-3-89639-445-3 
· lieferbar

Rezensionen

Carolin Behrmann, H-ArtHist, 23.05.2005
... Aufgeteilt ist das ambitionierte Werk in einen Text- und einen Bildband. Rohmann gelingt es überzeugend, ein vielfältiges Spektrum der Familiengeschichtsforschung aufzufächern, wobei er nicht nur über die historische Verortung, die Form und Funktion des Ehrenbuches nachdenkt, sondern ebenso die Rolle und Beziehung der Geschlechter oder die Bedeutung des Ornaments hinterfragt. ...
Zusammenfassend sei gesagt: Eine anregende Studie, die vorbildlich an der Grenze zwischen Geschichte und Kunstgeschichte arbeitet und erstaunliche Ergebnisse bereitstellt. Hierbei steht die Grundfrage nach der Visualisierung historischen Wissens im Vordergrund. Die systematische Erfassung und sehr präzise Beschreibung der Entwurfsblätter und der ausgeführten Bildseiten des Familienbuches wird zukünftiger Forschung als solide Grundlage dienen. Leider vernebelt der Stil des Autors oftmals die Klarheit und Überschaubarkeit der eigenen Thesen.



Birgit Studt, H-Soz-u-Kult, 29.08.2005
... Das "gehaim Erenbuch Mans stammens und Namens des Eerlichen und altloblichen Fuggerischen Geschlechts" ... ist der seltene Fall der Überlieferung einer repräsentativen Familienchronik in Konzept und Endfassung. ... eine vorbildlich dokumentierende und kommentierende Edition des Fuggerschen Ehrenbuches. ... Im Vergleich zu den wenigen neueren Editionen/Dokumentationen vergleichbarer Familienbücher des 15./16. Jahrhunderts, die sich entweder auf die Wiedergabe der Bilder mit summarischen Textauszügen beschränken oder sich ausschließlich auf den Text konzentrieren, bietet die vorliegende Edition aufgrund ihrer Vollständigkeit, Benutzbarkeit und vorbildlichen Dokumentation eine hervorragende Grundlage für künftige Arbeiten an dem interessanten Genre der Familiengeschichtsschreibung.

Christl Karnehm, Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben, 99. Band/2006
Eine gelungene Faksimileausgabe, insbesondere wenn ein auf diesem reproduktionstechnisch anspruchsvollen Terrain noch nicht in Erscheinung getretener Verlag diese mit Engagement zu einem guten Ende bringt, erweckt Neugier. Erst recht lässt ein solches Projekt im Zusammenhang mit einer historischen Dissertation - in der Regel den eher sparsam ausgestatteten Verlagserzeugnissen zuzurechnen - aufmerken. ...
Im ersten Teil des Textbandes, überschrieben "On allen verdienst. Verwandtschaft, Status und historisches Wissen im Ehrenbuch der Fugger", erörtert Rohmann das vielfältigen Wandlungsprozessen unterliegende soziale Umfeld der Fugger im 16. Jahrhundert und setzt sich mit neueren Forschungen zur Selbstdefinition der frühneuzeitlichen Ständegesellschaft auseinander. Um das "Buch der Eern" in seiner Entstehungszeit und von seinem Auftraggeber her kategorial einordnen zu können, untersucht Rohmann den Begriff der Ehre auf seine normativen Bedeutungsinhalte und -schwerpunkte und setzt sich mit den insbesondere nach Pierre Bourdieus Thesen vielfach neu angestoßenen Diskussionen auseinander. ...
Im zweiten Teil des Textbandes, überschrieben "Kommentar und Transkription" widmet sich Gregor Rohmann ausführlich den Entwürfen im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und der subtil gezeichneten und kolorierten Endfassung aus dem Fugger-Museum Babenhausen. Durch genaue Vergleiche gelingt es ihm, die jeweils auftretenden Abweichungen aufzuspüren und bemüht sich um Interpretationen. Das Rätsel um den ausführenden Künstler des Fuggerschen Ehrenbuches, das zunächst Hans Burgkmair, später Christoph Amberger und zuletzt einem Mitglied der Werkstatt des jüngeren Jörg Breu zugeschrieben wurde, bleibt bedauerlicherweise ungelöst. Dies ist weniger Gregor Rohmann als der schlechten Quellenlage anzulasten; eine rein auf stilistischen Kriterien basierende Zuordnung bringt nach wie vor mehr Fragezeichen als Antworten. Wie die sorgfältige Faksimilierung des Bildbandes zeigt, sind die dargestellten Figuren keineswegs schematisch wiedergegeben, sondern selbst bei den ältesten Familienmitgliedern, für die Merkmale persönlicher Erinnerung fehlen mussten, um Differenzierung in Gesichtszügen, Gewändern, Haartracht und Kopfbedeckungen bemüht - eine Fundgrube übrigens für Kostümgeschichtler! Wegen ihrer üppig gestalteten Randleisten konnte - glücklicherweise - auf eine Faksimilierung der Leerseiten nicht verzichtet werden. In den Kopfbalken finden sich jeweils reizvoll erzählte biblische und historische Szenen, während sie seitlich links und rechts sowie am unteren Rand mit unzähligen Varianten von Ornamentik im damals beliebten, aus Italien importierten Groteskenstil geschmückt sind, der wenige Jahre später in den Sammlungskabinetten des Vetters Hans Fugger (1531-1598) von der Sustris-Werkstatt auf höchstem Niveau zur Blüte geführt wurde. Dennoch kann auch die Ornamentgestaltung in der Frage der künstlerischen Autorschaft des Ehrenbuchs auf keine konkrete Spur verweisen. Umso mehr widmet sich Rohmann intensiv und mit großer Sorgfalt den kodikologischen und paläographischen Befunden, der Provenienz der Entwurfspapiere wie auch des Originalkodex und ihren jeweiligen Datierungen; schließlich geht er auch auf die Nachträge des 18. Jahrhunderts ein. Insgesamt stellt er mit seiner Arbeit ein Prunkstück der Buchmalerei des 16. Jahrhunderts auf eine solide erarbeitete wissenschaftliche Grundlage. Dies betrifft nicht nur die Würdigung seiner äußeren Gestalt, die Interpretation seiner Inhalte, sondern auch und insbesondere zeigt Rohmanns Arbeit in vorbildlich sorgfältiger Weise auf, in welchem gesellschaftlichen Kontext dieses Werk zu sehen ist.
Zwei gewichtige Bände, die man schon aufgrund ihrer ästhetischen Qualität immer gerne zur Hand nehmen wird, darüber hinaus wird es dem Historiker für das 16. Jahrhundert durch sein gut lesbar aufbereitetes, vielfältiges Themenspektrum nachhaltige Inspirationsquelle und Hilfe sein.


Antje Thumser, Editionen in der Kritik II, Band 7 (2008)
Der Babenhausener Prachtkodex wurde für die Ausgabe vollständig reproduziert und in einem eigenen Bildband (Band 2) beigegeben, allerdings reduziert auf 29 cm Höhe und 21 cm Breite. Restaurierungen der Handschrift aus dem 18. Jahrhundert sind gut sichtbar, denn sie wurden nicht retuschiert. Erfreulicherweise wurden auch die bordürengeschmückten Seiten, die nicht mit einem Schrifttext versehen wurden, mit abgedruckt. Wie der Verleger Berd Wißner in seiner Einführung zur Reproduktion der Handschrift mitteilt, wurden die Seiten des Kodex aus konservatorischen Gründen mit einer hochauflösenden Digitalkamera aufgenommen, damit sie nicht durch zu weites Aufbiegen Schaden nähmen. Die Bildqualität ist von den Farben und Kontrasten her gut gelungen. ...
Rohmann arbeitet zunächst die Besonderheiten des Ehrenbuches, immer wieder untermauert von einzelnen Fallstudien, überzeugend heraus. ...
Im zweiten Teil des Textbandes gibt Rohmann zunächst eine detaillierte Beschreibung der Konzeptfassung des Ehrenbuchs und der Prachthandschrift und geht dabei auf den kodikologischen, kunsthistorischen und paläographischen Befund ebenso gewissenhaft ein wie auf den Inhalt und die Provenienz beider Handschriften. Auch die Nachträge auf 59 Seiten, die im 18. Jahrhundert in das Ehrenbuch eingingen, erfahren eine sorgfältige Aufnahme. Daneben stehen Überlegungen zur Datierung und zum Entstehungsprozess sowie Angaben zur heraldischen Gestaltung. Bei alledem wird immer wieder deutlich, wie intensiv sich der Verfasser mit den Handschriften auseinandergesetzt hat. Einen schon beinahe kriminalistischen Scharfsinn entwickelt er beispielsweise bei dem Versuch der Rekonstruktion der ursprünglichen Lagenstruktur und Bindung der Entwurfshandschrift. Völlig plausibel sind Rohmanns Überlegungen zum Entstehungsprozess von Konzept- und Endfassung, wobei er zu dem Schluss kommt, dass beide Fassungen parallel bearbeitet wurden. Gleiches gilt für die sich aus dem paläographischen Befund ergebenden Nachweise über die Kooperation und Koordination bei der Bearbeitung von Entwurf und Endfassung.
Dass alle am Entstehungsprozess des Ehrenbuches Beteiligten miteinander kommunizierten, verraten vor allem die Korrekturnotizen in der Entwurfsfassung, die teils in direkter Anrede formuliert wurden. Im Anschluss an die Handschriftenbeschreibungen ist die aus 41 Blättern in Großfolioformat bestehende Konzeptfassung des Ehrenbuches abgedruckt, die heute unter der Signatur Hs. 1668 (Bg. 3731) Fugger im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg liegt. Sie wurde zwar in guter Qualität in schwarz-weiß abgebildet, dabei aber so stark verkleinert, dass die Entzifferung der Texte bedauerlicherweise kaum möglich ist. Zu Prachthandschrift und Konzeptfassung liefert Rohmann genaue Transkriptionen und ausführliche Bildbeschreibungen. Für die Konzeptfassung stehen diese jeweils unter der abgebildeten Seite, für die Endfassung sind sie unter Angabe der jeweiligen Folien im Kodex sowie der Seitenzahl in der Faksimileausgabe am Ende des Textbandes abgedruckt, so dass es hier möglich ist, den Bildband direkt neben die Beschreibung zu legen. Am Beginn einer jeden Seitenbeschreibung wird das Äquivalent in der jeweils anderen Handschrift angegeben, das somit schnell gefunden und zum direkten Vergleich in Augenschein genommen werden kann. Der textkritische Apparat einschließlich aller kodikologischen Merkmale wird in den Fußnoten wiedergegeben. Alle durchgeführten Korrekturen an Text und Bild in den Konzeptpapieren werden unter Angabe der ausführenden Hand angemerkt, zudem alle sonstigen zum Verständnis notwendigen Auffälligkeiten. Somit wird für den Benutzer gut erkennbar, wo beispielsweise Hans Jakob Fugger Änderungswünsche am Konzept vermerkt oder welche Wünsche des Auftraggebers über Clemens Jäger an die Malwerkstatt übermittelt werden. Die Textwiedergabe erfolgt im Kursivdruck weitgehend buchstabengetreu,
auch die Groß- und Kleinschreibung wird beibehalten. Paläographische und orthographische Besonderheiten werden möglichst genau übernommen. ...
Die Bildbeschreibungen, die auch detailliert Kleidung, Kopfbedeckungen und Haartrachten wiedergeben, werden in Petitdruck vom Text abgesetzt und beschränken sich auf eine möglichst gleichförmige Dokumentation der entscheidenden Informationen, werden aber, falls notwendig, um einen Kommentar ergänzt. Für die kenntnisreiche kostümkundliche Erfassung erhielten allgemeinverständliche Begriffe zur Bezeichnung der Kleidungsstücke den Vorzug vor den historischen Fachbegriffen, was der kostümkundliche Laie dem Verfasser zu danken weiß und der Experte sicher verzeiht. Die Wappen werden vollständig blasoniert, wobei Rohmann sich auch hierin als ausgesprochen kompetent erweist.
Insgesamt kann die Edition als in jeder Hinsicht gelungen angesehen werden. Der erklärte Anspruch, die Wechselbeziehungen der beiden Handschriften im Entstehungsprozess des Ehrenbuches möglichst
detailgetreu zu dokumentieren, wurde vollauf und ausgesprochen benutzerorientiert eingelöst. Höchstes Lob hat sich der Bearbeiter aufgrund seiner großen Kenntnisse erworben, die nicht nur den darstellenden Teil zu einer äußerst nutzbringenden Lektüre machen, sondern sich auch im dokumentierenden Teil niederschlagen. Abschließend
bleibt nur noch zu wünschen, dass die beiden Bände zur weiterführenden Beschäftigung sowohl von Historikern als auch von Kunsthistorikern nun auch eifrig genutzt werden. Die denkbar besten Voraussetzungen für die wissenschaftliche Forschung wurden mit dieser Edition jedenfalls geschaffen.

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