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Musiktheater. Beiträge zur Didaktik und Methodik, Band 2 (Hrsg. Matthias Kruse)
· Treue und Untreue – ein Thema, das auch den (jugendlichen) Menschen des 21. Jahrhunderts bewegt. Mozarts Così fan tutte hat nichts von ihrer brennenden Aktualität verloren. Ute Jung-Kaiser stellt die zeitlose, immer wieder faszinierende Oper vor und weist unterrichtliche Zugänge auf.
Durch detaillierte Analysen gelingt der Autorin der Nachweis, dass Mozart den zentralen Konflikt in Musik transformiert und damit seiner Musik eine entscheidende handlungstragende, teilweise antizipierende Funktion zukommt.
Jedes Kapitel dieser mit immensem Hintergrundwissen geschriebenen Studie steht für sich und beleuchtet das Werk aus einer anderen Blickrichtung; jedes akzentuiert eine oder mehrere Facette(n) der Oper und bedient sich dazu unterschiedlicher Fachmethoden. Die Gesamtanlage des Werkes wird ebenso thematisiert wie die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte. Die Autorin spürt literarischen Quellen nach, problematisiert Fragen der Bearbeitung und Übersetzung. Zahlreiche Querverweise zu musikalischen, literarischen und bildnerischen Werken ermöglichen einen interdisziplinären Zugang. Das vorliegende Heft bietet eine Fülle von Materialien für den (anspruchsvollen) Musikunterricht. Darüber hinaus wendet es sich sowohl an Musikwissenschaftler und Musikstudierende als auch an ambitionierte Musikliebhaber.
Zur Autorin:
Ute Jung-Kaiser ist seit 1983 o. Professorin für Musikpädagogik (erst in München, dann in Frankfurt). Viele ihrer Publikationen thematisieren interdisziplinäre, ästhetische, kulturpädagogische und musikdidaktische Fragestellungen aus Musik, Literatur und Bildender Kunst (u. a. "Kunstwege zu Mozart", 2003) · 68 Seiten, Abbildungen: 40 Abb. s/w; zahlr. Notenbeisp., Klammerheftung, Format 30 x 21 cm · 1. Auflage · Erscheinungsdatum: 03.12.2004 · ISBN 978-3-89639-369-2 · lieferbar
Rezensionen
T. Krettenauer/K. Hampf, Musik und Unterricht, Heft 83/2006 Die Autorin Ute Jung-Kaiser wendet sich mit ihrem Analysekonzept gezielt an Studierende der Musikpädagogik/-wissenschaft, an Opernliebhaber sowie an Schüler der gymnasialen Oberstufe. Zudem verzichtet sie weitgehend auf ausführliche unterrichtsmethodische Hinweise, da sie einleitend postuliert, dass "Lehrende [diesbezüglich] über ein hinreichendes Repertoire verfügen" und infolge der Heterogenität der heutigen Schullandschaft "generelle Lösungen kaum geboten werden können." Demgemäß ist Jung-Kaisers Publikation kein unterrichtspraktischer Ratgeber für Lehrende, die über geringe methodische Erfahrung im Umgang mit Musiktheaterwerken verfügen oder dem Genre grundsätzlich eher skeptisch gegenüberstehen. Der Mangel an konkreten unterrichtspraktischen Hilfestellungen wird jedoch dadurch kompensiert, dass die Autorin analytisch in Tiefenschichten dieser "höchst artifiziellen Oper" Mozarts vordringt und Beziehungsgefüge offen legt (z. B. die Bedeutung der Tonartenrelation), die nicht nur für Mozart- und Opernliebhaber zu einer Fundgrube überaus aufschlussreicher Erkenntnisse wird.
Leitgedanke ihres analytischen Vorgehens ist die Frage, ob und inwieweit sich das dramatische Kernthema – nämlich das allzeit aktuelle und schülernahe "Verlangen des Menschen nach Glückseligkeit in der Liebe" – in Mozarts Musik wieder findet. Zur Beantwortung dieser Frage wird das Werk in den einzelnen Kapiteln bzw. Teilabschnitten unter jeweils verschiedenen Blickrichtungen und fachmethodischen Ansätzen (formal-strukturell, zeitgeschichtlich, entstehungs- und rezeptionshistorisch) beleuchtet. Da die einzelnen Kapitel für sich stehen, bleibt es dem Lehrenden überlassen, entweder eine Auswahl zu treffen oder die verschiedenen fachmethodischen Herangehensweisen an das Bühnenwerk zu einer mehrstündigen, ggf. interdisziplinären Unterrichtseinheit zu formieren. Ob sich die gedanklich und sprachlich höchst anspruchsvollen Darlegungen von Jung-Kaiser jedoch wirklich – wie von ihr vorgeschlagen – als textliche Arbeitsgrundlage für schülereigene Lern- und Verstehensprozesse in der Sekundarstufe II eignen, mag indes dahingestellt bleiben.
Dieter Zimmerschied, Musik & Bildung, 4/2005, Seite 82 Zur Rezension auf www.schott-musikpaedagogik.de
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