Preis: 24.80 EUR (inkl. MwSt., zzgl. Versand) Forum Musikpädagogik, Band 91 (Hrsg. Kraemer, Rudolf-Dieter) · Unterreihe Augsburger Schriften (Hrsg. Kraemer, Rudolf-Dieter) · Das Klassenmusizieren als Methode und Modell des schulischen Musikunterrichts hat sich längst bundesweit etabliert. Dabei steht die wachsende quantitative Bedeutung dieses Ansatzes in einem Missverhältnis zur geringen Zahl der Evaluierungsstudien, obwohl die eingesetzten finanziellen, personellen und zeitlichen Ressourcen eigentlich eine Prozess- und Erfolgskontrolle zwingend erforderten, vor allem hinsichtlich der langfristigen Wirkungen des Klassenmusizierens. Lässt sich im Klassenverband überhaupt eine fundierte Instrumentaltechnik vermitteln? Welche Probleme entstehen bei der späteren "Reintegration" in den regulären Musikunterricht? Auf welche Weise beeinflussen Instrumentenwahl und Lehrmethodik die musikalischen Präferenzen der Jugendlichen? - Bei solchen Informationsdefiziten setzt Gerd Arendt an. In einer mehrjährigen Studie evaluierte der Autor den Streicherklassenunterricht bei Pionieren des Klassenmusizierens in Deutschland und analysierte die Biographien von Absolventen. Als Konsequenz aus seinen Ergebnissen plädiert Arendt für eine Reform des Musikunterrichts und ermutigt heutige und künftige Musiklehrer, an ihren Schulen das Klassenmusizieren einzuführen. Gerd Arendt studierte Musikpädagogik und Gitarre an der Universität der Künste in Berlin. Als ausübender Musiker (Gitarrenduo und Band) erschienen von ihm zahlreiche Aufnahmen. Seit 1993 arbeitet er als Journalist für öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender. Bis heute hat er mehr als 300 Reportagen aus allen Teilen der Welt veröffentlicht. Im Jahr 2003 erhielt er von der Heinz-Kühn-Stiftung (Schirmherr: Bundespräsident Johannes Rau) den Auftrag zu einem Forschungsprojekt in Vietnam über die Integration ehemaliger "Auslandsvietnamesen". 2009 wurde er mit der vorliegenden Arbeit zum Dr. phil. promoviert. Sein musikpädagogischer Arbeitsschwerpunkt ist die Unterrichtsforschung. · 184 Seiten, Abbildungen: zahlreiche Grafiken, Paperback, Format 24 x 17 cm · 1. Auflage · Erscheinungsdatum: 31.07.2009 · ISBN 978-3-89639-710-2 · lieferbarRezensionenChristian Schütte, Glarean Magazin, 2.12.2009Die Untersuchung ist klar und plausibel gegliedert: Teil A) legt die theoretische Grundlage dar, Teil B) widmet sich Darstellung und Methodik des Forschungsansatzes, Teil C) dokumentiert empirische Untersuchungen, und in einem ausführlichen Teil D) fasst der Autor seine Forschungsergebnisse zusammen. ... Teil A) ist eine gründliche Bestandsaufnahme. Dabei zeigt der Autor ein sensibles Gespür für Problematisierungen von Begrifflichkeiten, die bereits in sich Fragen aufwerfen, bevor es überhaupt zur Beschäftigung mit Inhalten kommt. ... Der Autor gibt klar zu erkennen, dass er mit seinem Buch unter anderem eines will: Gedankenanstöße geben, Fragen aufwerfen, die weiter und vor allem tiefer verfolgt werden können und müssen, um die Relevanz der immer flächendeckender werdenden Projekte zur musikalischen Breiten- und Nachwuchsförderung aufzuzeigen bzw. sie zu legitimieren. Hierzu hat Gerd Arendts Untersuchung hohen Wert.Ortwin Nimczik, Musik & Bildung, 2/2010, Seite 86... Die Studie liefert den interessierten LeserInnen zahlreiche ... Erkenntnisse. Insgesamt leistet sie einen gelungenen Beitrag dazu, das Feld des Klassenmusizierens empirisch zu vermessen, um nachweisbare und qualifizierte Gründe für die Weiterentwicklung des Musikunterrichts an unseren Schulen zu liefern.Wolfgang Koperski, üben & musizieren, 3/2010, Seite 54Wer sich intensiver mit dem Klassenmusizieren auseinandersetzen und seine eigene Praxis theoretisch gespiegelt wissen möchte, sollte die Veröffentlichung von Gerd Arendt unbedingt lesen. Sie ist, obwohl sie als Dissertation naturgemäß mit vielen Tabellen und "trockenem" statistischen Material aufwarten muss, erstaunlich gut lesbar und verständlich geschrieben, wofür dem Autor besonders zu danken ist.