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Experimentelle Musik in der Hauptschule
Ausgewählte Ansätze für das Klassenmusizieren
von Jäger, Stefan
 

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Preis: 25.00 EUR
(inkl. MwSt., zzgl. Versand)


Forum Musikpädagogik, Band 83 (Hrsg. Kraemer, Rudolf-Dieter) 
· Unterreihe Augsburger Schriften (Hrsg. Kraemer, Rudolf-Dieter) 

· Klangexperimente sind nicht nur wichtiger Bestandteil eines schüler- und handlungsorientierten Musikunterrichts, sondern zentraler Ansatz- und Ausgangspunkt für wichtige musikalische Grunderfahrungen. Diese sind auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Klangerzeugern möglich, wie beispielsweise der menschlichen Stimme und Alltagsgegenständen. Dadurch können Schüler in Musizier- und Produktionsprozesse eintreten, die ihrem jeweiligen Leistungsstand entsprechen und vielfältige Formen des Klassenmusizierens ermöglichen.
Der Autor zeigt anhand verschiedenartiger Unterrichtsmodelle auf, wie Schüler an den praktischen Umgang mit Neuer experimenteller Musik herangeführt werden können. Dabei folgt er Ansätzen experimenteller Musikpädagogen, die sich in engen Wechselwirkungen mit Kompositionen des 20. Jahrhunderts präsentieren (z. B. von John Cage, Dieter Schnebel, Mauricio Kagel, Josef Anton Riedl).

Stefan Jäger studierte Pädagogik, Musik, Geschichte und Wirtschaftslehre an der PH Karlsruhe. Neben der Tätigkeit im Schuldienst und als Chorleiter absolvierte er ein Aufbaustudium in Erziehungswissenschaften, das er 2002 mit dem Diplom abschloss. 2007 Promotion an der PH Karlsruhe. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind zeitgenössische Konzepte der experimentellen Musik nach 1945, Vermittlung Neuer Musik, Klassenmusizieren, Montessori-Pädagogik.
 
· 206 Seiten, Abbildungen: 71 Abb., Paperback, Format 24 x 17 cm 
· Erscheinungsdatum: 21.12.2007 
· ISBN 978-3-89639-621-1 
· lieferbar

Rezensionen

Landesbildungsserver Baden-Württemberg www.schule-bw.de, Februar 2008
Im Bereich der musikpädagogischen Publikationen füllt die von Stefan Jäger vorgelegte Dissertation eine deutliche Lücke in zweifacher Hinsicht: Es wird a. sehr konkret am Unterricht entlang die Untersuchung geführt und b. geht es um die Schulform, von der viele nicht mehr viel erwarten: die "Hauptschule".

Mehr als die Hälfte des Bandes - ungewöhnlich bei einem Promotions-Vorhaben - widmen sich diversen methodischen Vorschlägen. Gegliedert wird dies in Experimentelle Musik mit Alltagsgegenständen, mit der Stimme und mit technischen Geräten. Es kommen vor allem Komponisten bzw. Inspiratoren Neuer Musik dabei zum Zug von John Cage über Dieter Schnebel, Mauricio Kagel, Cathy Berberian bis zu Ernst Jandl und Klaus Stahmer.

Im theoretischen Anfangsteil werden Überlegungen zum Lernen durch Musikmachen aufgearbeitet. Ausgangspunkt ist auch hier wiederum die Praxis des Musikunterrichts selbst. Pädagogen von der Reformpädagogik bis zu Musikpädagogen wie Aebli und Gruhn werden auf das Thema bezogen. In einem kurzen Exkurs wird auch der sog. "Aufbauende Musikunterricht" pro und contra diskutiert.

Die Diskussion zum "Klassenmusizieren" wird auf etwa 20 Seiten verfolgt. Dabei werden vor allem Begründungszusammenhänge ausgeführt sowie verschiedene methodische Formen vom Orff-Instrumentarium über das Steckbundmonochord bis zur "Bläserklasse" erläutert. Die Explikationen zum "Experimentellen Musizieren" sind demgegenüber vergleichsweise knapp und bündig.

Es wird hier sicherlich keine neue Musikdidaktik geschrieben. Wer sich jedoch sowohl zur historischen Entwicklung der genannten musikpädagogischen Diskussionsstränge als auch zu den diesbezüglichen aktuellen Positionen relativ schnell informieren möchte, ist hier an der richtigen Stelle.

Es wird im Gesamten ein schüler- und handlungsorientierter Musikunterricht entworfen. Im Zentrum stehen musikalische Grunderfahrungen, die auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Klangerzeugern ermöglicht werden. Die Schüler können dabei in Musizier- und Produktionsprozesse eintreten, die ihrem jeweiligen Leistungsstand entsprechen und vielfältige Formen des Musikmachens im Klassenzimmer ermöglichen. Es werden sehr unterschiedliche Unterrichtsmodelle bezogen auf Neue Musik aufgefächert.

Der unterrichtspraktische Teil ist z. T. fast in Form von Stundenentwürfen mit Materialien gestaltet. Es sind Notenbeispiele dabei, ebenso Anregungen zu Arbeitsblättern oder Tafelbildern. Die Textgliederung ist insgesamt sehr kleinschrittig, was für die praktsiche Verwertbarkeit aber sicher als Vorteil gewertet werden kann. Oftmals sind Unterrichtsverläufe in Stichpunkten bzw. sogar durchnummeriert angegeben. Fotos illustrieren bspw. spezielle Klangerzeuger, wie das "Instrumentarium" bei Schnebels "Blasmusik". Bilder aus dem Unterricht ergänzen dies, ebenso Aufstellungen von Tischen für "Aufführungen" etc.

Die relativ kurzen didaktischen Reflektionsteile sind eher einer Arbeit zum zweiten Staatsexamen ähnlich. Es wird tatsächlich gehaltener Unterricht beschrieben und ggf. werden Verbesserungsvorschläge dazu gemacht. Der Unterricht fand offenbar vorwiegend in den Klassenstufen 5, 6 und 7 der Hauptschule statt.

Eine Strukturierung der Beispiele ist nicht wirklich erkennbar. Auch die Gesamtreflektion ist mit 2 Seiten sehr knapp geraten, enthält im Grunde keine selbstkritischen Überlegungen oder Abwägungen und ist sehr allgemein gehalten. Ein irgendwie geartetes wissenschaftliches Auswertungsverfahren wird nicht thematisiert.

Dennoch scheinen hier sehr viele gute Anregungen für gelingenden Unterricht zur Neuen Musik enthalten zu sein. Dies ist insbesondere auch deshalb spannend, da die Arbeit für den neuen Fächerverbund der Hauptschule MSG ("Musik-Sport-Gestalten") mit konzipiert wurde (die Arbeit entstand an der PH in Heidelberg bei Herrn Prof. Kloppenburg).


Fazit: Ein interessanter didaktisch-methodischer Ansatz, von dem auch andere Schulformen durchaus profitieren können.

Beate Forsbach, lehrerbibliothek.de, Mai 2008
Aus der Erfahrung, dass es keine absolut "richtige" Version bei der Aufführung dieser Musik gibt, kam er auf die Idee, solche Stücke experimenteller Musik im Musikunterricht der Grund- und Hauptschule zu erproben. Mit der Darstellung dieser von ihm erprobten Ansätze zum Klassenmusizieren schließt er eine Lücke in der musikpädagogischen und unterrichtspraktischen Literatur. In drei grundlegenden Kapiteln fasst er die wichtigsten Fakten zum Musiklernen durch Musikmachen, zum Klassenmusizieren und zum Experimentellen Musizieren zusammen. Im zweiten Teil der Arbeit stellt er vielfältige Kompositionen und Konzeptionen experimenteller Musik vor. Nach einer Analyse folgen jeweils konkrete Anregungen für den Musikunterricht mit methodischen und didaktischen Anmerkungen.
Neben seiner bemerkenswerten Detailkenntnis haben mich vor allem die unterrichtspraktischen Darstellungen beeindruckt, die den Autor als erfahrenen und begeisterten Musiklehrer an der "schwierigen Schulform" Hauptschule ausweisen. Einer schwierigen Schülerklientel begegnet er mit einem schüler- und handlungsorientierten Musikunterricht, in dem experimentelle Musik sich als besonders geeignet für das Klassenmusizieren erweist.
Aus diesem Grund möchte ich dieses Buch jedem Musiklehrer empfehlen, auch wenn er in einer anderen Schulform der Sekundarstufen unterrichtet.

Gerhard Sammer, mip-journal, 22/2008
Das Buch vermittelt systematisch und reflektiert vielfache handlungsorientierte Anregungen und konkrete Unterrichtsbausteine für Begegnungen mit Musik des 20. Jahrhunderts und das aktive (experimentelle) Musizieren im Unterricht.

Wolfgang Böhler, Codex flores, 29.04.2008
… verblüffend fruchtbar für die Vermittlung schulischer Erkenntnisse …
Was hier wie sich selbst genügendes Spiel anmutet, könnte unversehens zur Brücke in den naturwissenschaftlichen Unterricht werden, denn es sensibilisiert die Schüler für die wichtige Erkenntnis, dass selbst banal anmutende Experimente ein sorgfältig zu erarbeitendes Design erfordern – eine nicht zu unterschätzende Einsicht in das Wesen der explorativen Wissenschaften.

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