192.168.1.23
Login Warenkorb Kasse Kontakt Impressum AGB

 
Erweiterte Suche
Verlagsprogramm
Verlagsprofil
Service
Aufs falsche Pferd gesetzt
Eine Familiengeschichte
von Annegret Lamey
 

Bewertungen

 


Preis: 14.80 EUR
(inkl. MwSt., zzgl. Versand)


· "In der alten Kachelschen Apotheke auf dem Marktplatz in Reutlingen hat mich mein Onkel Wilhelm einmal mit in den Keller genommen, von dem aus ging noch eine Leiter hinunter in den Keller unterm Keller. So tief muß ich hinabsteigen in der Zeit, in meinem Leben und vor meinem Leben. Dort muß ich graben und nach den alten versteckten Geschichten suchen, die erzählt werden wollen!" (Annegret Lamey)
Die versteckten Geschichten und Familiengeheimnisse haben ihre Zentralfigur in dem Vater der Erzählerin, Wilhelm Holzhäuer. Als Jurist im Staatsdienst habe er "aufs falsche Pferd gesetzt". Geprägt vom autoritären Geist der Kaiserzeit, nimmt er die Rechtsbeugungen des Nationalsozialismus hin. Seine Suspendierung nach dem Krieg empfindet er als ungerechte Demütigung. Mit dem Scheitern seines Lebensentwurfs zerbricht auch seine Familie. Die spannend geschriebene Familiengeschichte ist mehr als nur ein persönliches Erinnerungsbuch. In lebendigen Szenen und Dialogen beschreibt die Autorin den Alltag und das Lebensgefühl der Menschen in diesem immer schwerer zu fassenden Abschnitt der deutschen Zeitgeschichte.
 
· 318 Seiten, Paperback, Format 19,0 x 12,5 cm 
· 1. Auflage 
· Erscheinungsdatum: 02.01.2004 
· ISBN 978-3-89639-418-7 
· lieferbar

Rezensionen

Christoph Weisz, Institut für Zeitgeschichte
... Das Buch ist außergewöhnlich spannend, und das nicht nur wegen des Themas, sondern auch wegen der Erzählweise. Die erzählerischen Qualitäten sind beeindruckend.
... Es ist das Unausweichliche, das Eingebundensein, ob man es will oder nicht, auch das mehr oder minder unschuldig Schuldigwerden, was die Autorin so beklemmend und überzeugend schildert. Was häufig zur Flucht in Krankheit und Tod geführt hat. Bei alledem wird aber zum Glück nie der historische Kontext außer Acht gelassen. Andererseits wird aber auch die wichtige Einsicht vermittelt, dass man aus diesem Netzwerk ausbrechen, es überwinden kann, wenn man sich - mit viel Anstrengungen und Leid - darum bemüht, sich selbst zu erkennen und zu finden. Und das ist dann keine Flucht und auch nicht der Versuch, die Familie als Sündenbock für alle Widrigkeiten des eigenen Lebens verantwortlich zu machen.


Gönül Keller, Mittelschwäbische Nachrichten, 13.03.2004
... Annegret Lamey beschreibt sehr fesselnd das Leben ihrer Familie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. ... In ihrem Buch setzt sie sich mit der politischen Vergangenheit ihres Vaters auseinander: "Er war der klassische Mitläufer", sagt sie über ihn.
... Eigentlich hatte die Autorin ihre Familiengeschichte mit allen tragischen Ereignissen, aber auch den lustigen und anrührenden Anekdoten aus ihrer Kindheit für ihre eigenen Kinder und Enkel aufschreiben wollen. "Aber beim Schreiben habe ich gemerkt, das könnte auch für andere Menschen interessant sein. Denn es gibt viele Geschichten von Helden aus dieser Zeit. Und von Opfern. Und von Schurken. Aber Geschichten über Mitläufer gibt es kaum. Dabei repräsentiert dieser Typ wahrscheinlich den größten Teil der damaligen Bevölkerung", so Lamey.


Funkfeuer Dinkelsbühl, Magazin für Kunst, Kultur und Meinung, März 2004
... Allein die literarische Qualität wäre schon Grund genug für eine Veröffentlichung. Die Autorin schreibt in einer Sprache, die an ihre Sprechweise erinnert: in vielerlei Facetten des Temperaments, lebendig, detailgesättigt, mit zahlreichen Dialogen aufgelockert, dabei stets reflektiert. Der Leser merkt kaum, wie kunstvoll der Stil ist, so natürlich wirkt er. Außerdem ist die Erzählung, wie es sich gehört, mit dokumentierenden Zitaten durchsetzt. ... Und es bestimmt die Besonderheit dieser Familiengeschichte insgesamt, daß sie ebenso von vergangenem Geschehen erzählt wie von der allmählichen Aufdeckung dieser Vergangenheit in der Gegenwart. Auch deshalb, weil das, was da aufgedeckt wird, in seiner historischen Zeitbezogenheit sichtbar wird, überspringt das Buch den Charakter des nur Privaten. Mit innerer Teilnahme dürften es nicht nur die zur Generation der Autorin gehörigen heutigen Großväter und Großmütter lesen, sondern auch deren Kinder und Enkel, wenn sie dabei in die ihnen wohl oft befremdlich erscheinende Welt der nächsten Vorfahren geführt werden.

Teile diese Seite auf Facebook Teile diese Seite auf Facebook

Warenkorbübersicht
0 Bücher im Warenkorb
Copyright © 2012 Wißner-Verlag
Onlineshop von OsCommerce – Realisiert von wißner-onlineservice